StartNewsletterAusgabe April 2010Rechtsextreme Aktivitäten in Hannover / Bündnis gegen Rechts

Rechtsextreme Aktivitäten in Hannover / Bündnis gegen Rechts

Anti-nazi Demo M _rz 2010
22. März 2010

Dass rechtsextreme Aktivitäten nicht nur in Ostdeutschland zu finden sind, zeigt gerade die letzte Zeit. Am Neujahrsmorgen wurde ein Jugendlicher von acht Neonazis in der U-Bahn Station Kröpcke brutal zusammengeschlagen, eine Neonazi-Gruppe verteilte in den vergangenen Wochen eine rechtsextreme „Schülerzeitung“ und die Zahl rechter Gewalttaten steigt weiter. Allein in Hannover wurden letztes Jahr wieder mehr als 100 rechtsmotivierte Gewalttaten registriert. Die Dunkelziffer dürfte jedoch weitaus höher liegen.

Besonders bedenklich ist die Neonazigruppe „Besseres Hannover“. Diese Gruppe trägt offen ihre faschistische und nationalistische Gesinnung zur Schau. Gerade das macht diese Gruppierung gefährlich. Wo Neonazis vor Jahren noch versuchten, bürgerlich aufzutreten, zeigen diese nun ganz klar was sie wollen und bieten eine Alternative zur „linken Jugendszene“. Damit üben sie eine ganz neue Anziehungskraft auf Jugendliche und junge Erwachsene aus.

Anfang 2010 wurde als Reaktion auf den Überfall von Neonazis in der U-Bahn Station Kröpcke das Hannoversche Bündnis gegen Rechts gegründet. In diesem Bündnis arbeiten u.a. die Jusos, Linksjugend, SDAJ, DGB-Jugend, Grüne Jugend, Die Linke, die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN-BdA) und Fangruppen von Hannover 96 mit. Wir haben im März eine Demonstration „Den Opfern rechter Gewalt eine Stimme geben“ organisiert. Tags zuvor wurde eine Mahnwache zum gleichen Thema veranstaltet, die von 26 Neonazis der Gruppe „Besseres Hannover“ angegriffen wurde. Dieser Angriff ist eine klare Provokation. Die Gruppe will das Bündnis an seiner Arbeit hindern. Das Bündnis arbeitet jedoch weiter. Die nächsten geplanten Aktionen sind Workshops mit Schulen zu verschiedenen Themen und ein Gegenentwurf zur Neonazi-“Schülerzeitung“.

Allein die Vorfälle in diesem Jahr zeigen, wie wichtig es ist Rechten entgegenzutreten. Wir dürfen uns nicht vor den Faschisten verstecken und all das als "ostdeutsches" Phänomen abtun, mit dem wir nichts zu tun haben.

Es gibt viele Möglichkeiten sich bei der Arbeit gegen Rechts zu beteiligen, sei es im SPD Ortsverein, der Juso-AG oder einfach durch die Teilnahme bei Demonstrationen gegen Rechts.

Jeder kann was tun, jeder sollte etwas tun!

Benjamin Köster



 



 

 
Inhaltsübersicht Kontakt Barrierefreiheit Impressum Datenschutz